Versorgungsmedizinische Grundsätze

GdB-Tabelle nach der Versorgungsmedizin-Verordnung (VersMedV)


Versorgungsmedizinische Grundsätze GdB-Tabelle

Adipositas GdB 2026 – Grad 1, 2, 3 und Adipositas permagna

Grad der Behinderung · Schwerbehinderung · Folgeerkrankungen · funktionelle Auswirkungen

Teil B Nr. 15.3 VMG – Stoffwechsel, innere Sekretion

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Amtlicher Text

Teil B Nr. 15.3 VMG – Adipositas

Die Adipositas allein bedingt keinen GdS. Nur Folge- und Begleitschäden, insbesondere am kardiopulmonalen System oder am Stütz- und Bewegungsapparat, können die Annahme eines GdS begründen. Gleiches gilt für die besonderen funktionellen Auswirkungen einer Adipositas permagna.

Quelle: Anlage zu § 2 Versorgungsmedizin-Verordnung (VersMedV), Teil B Nr. 15.3.
Kommentar

Adipositas: GdB, Schwerbehinderung und funktionelle Auswirkungen

Der BMI oder die Einstufung als Adipositas Grad 1, 2 oder 3 ergibt keinen festen GdB. Entscheidend sind Folge- und Begleitschäden sowie bei Adipositas permagna besondere funktionelle Auswirkungen.

Für die Praxis müssen deshalb die tatsächlichen Einschränkungen von Atmung, Herz-Kreislauf-System, Gelenken, Wirbelsäule, Gehfähigkeit und Belastbarkeit beschrieben werden.

Wie hoch ist der GdB bei Adipositas?

Kurzantwort: Adipositas allein führt nach den VMG grundsätzlich nicht zu einem eigenen GdB. Das gilt auch für die Einteilung nach Grad 1, Grad 2 oder Grad 3. Bewertet werden insbesondere Folge- und Begleitschäden sowie die besonderen funktionellen Auswirkungen einer Adipositas permagna.

Suchbegriff / BefundGdB-Bedeutung
Adipositas Grad 1kein automatischer GdB
Adipositas Grad 2kein automatischer GdB
Adipositas Grad 3 / Adipositas permagnakein fester Tabellenwert; besondere funktionelle Auswirkungen können berücksichtigt werden
Folge- und BegleitschädenBewertung im jeweils betroffenen Funktionssystem

Adipositas Grad 1, 2 und 3: keine schematische GdB-Zuordnung

Die medizinische Einteilung nach BMI-Klassen beantwortet die GdB-Frage nicht. Ein höherer Adipositasgrad bedeutet daher nicht automatisch einen höheren GdB. Entscheidend ist, welche dauerhaften Funktionsbeeinträchtigungen im Einzelfall tatsächlich bestehen.

Praxis: Im Antrag sollte nicht nur der BMI genannt werden. Wesentlich sind objektivierte Einschränkungen von Belastbarkeit, Gehfähigkeit, Beweglichkeit, Atmung, Herz-Kreislauf-Leistung sowie Folgeerkrankungen des Bewegungsapparats.

Adipositas permagna: besondere funktionelle Auswirkungen

Teil B Nr. 15.3 VMG stellt ausdrücklich klar, dass besondere funktionelle Auswirkungen einer Adipositas permagna berücksichtigt werden können. Auch hier folgt daraus aber kein pauschaler GdB allein wegen des Körpergewichts oder BMI.

Folge- und Begleitschäden bestimmen den GdB

Typische Folge- und Begleitschäden können insbesondere das kardiopulmonale System sowie den Stütz- und Bewegungsapparat betreffen. Diese Gesundheitsstörungen werden nach den für das jeweilige Funktionssystem geltenden VMG bewertet.

Adipositas und Merkzeichen G

Auch erhebliche Adipositas allein begründet das Merkzeichen G nicht automatisch. Maßgeblich ist, ob behinderungsbedingte Funktionsstörungen die Bewegungsfähigkeit im Straßenverkehr entsprechend einschränken.

Rechtsprechung zu Adipositas, GdB und Merkzeichen

Gericht / DatumAktenzeichenKernaussage
BSG, 30.04.2019 B 9 SB 76/18 B Adipositas allein begründet keinen GdB; Folge- und Begleitschäden sowie besondere funktionelle Auswirkungen einer Adipositas permagna sind maßgeblich.
LSG Berlin-Brandenburg, 15.04.2010 L 13 SB 82/08 Erhebliches Übergewicht kann im Rahmen funktioneller Auswirkungen berücksichtigt werden; entscheidend bleiben behinderungsbezogene Einschränkungen.
BSG, 24.04.2008 B 9/9a SB 7/06 R Besondere funktionelle Auswirkungen können für die Gehfähigkeit relevant sein; eine pauschale Bewertung allein nach Körpergewicht scheidet aus.